szmmctag

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    Jugendweihe und Muttertag
    So. Nun sitze ich hier zum Muttertag und lasse den gestrigen Tag, der unsere jüngste Tochter ins Erwachsenenalter führen sollte, Revue passieren. Es sollte ja ein wunderschöner und unvergesslicher Tag für unsere Jüngste sein…
    Der Beginn waren Tränen.
    Das Ende waren Tränen.
    Sieht so ein super perfekter Tag aus?
    Geht das überhaupt, einer Vierzehnjährigen einen super perfekten Tag zu organisieren?
    Was wäre denn ein super perfekter Tag für ein Mädchen in dem Alter?
    Ehrlich, ich weiß es nicht. Und ich kann euch auch sagen warum.
    Habt ihr mit 14 gewusst, was ihr wollt??? Ich glaube eher weniger. Nicht mehr ganz Kind- aber auch noch nicht erwachsen. Blöder Zustand. Da bringen einen schon die kleinsten Kleinigkeiten aus dem Konzept…
    …die Strumpfhose zum Beispiel, hat nicht die richtige Farbe…zwischen hautfarben und hautfarben liegen immerhin Welten!
    …oder die Frisur. Spitzenschneiden ohne etwas abzuschneiden ist selbst für meinen Friseur ein Ding der Unmöglichkeit, obwohl ich mich gefragt habe, wo genau, denn geschnitten worden sei…trotzdem war mein Mädchen unzufrieden.
    …und dann die blöden Schuhe! Da müssen es unbedingt 13 cm Absätze sein. Das Ende vom Lied erspar ich mir zu beschreiben.
    …die Zeremonie ganz okay…das ist wohl doch ein Lob, oder?
    …die Feier mit Lieblingsessen und DJ und lauter lieben Gästen…eher öde…viel lieber hätte sich mein Mädchen mit ihren restlichen Freunden getroffen…Gott sei Dank war ihre „längste“ Freundin mit da… die verhinderte die völlige Vereinsamung unseres Kindes unter all den anstrengenden Erwachsenen.
    ABER ich hatte Glück! Ich hatte ja schon vorher Kinder ins Erwachsenenalter begleitet. So nahm sich die große Schwester der zunehmend schlechtgelaunten Pubertierenden an und es wurde dann doch noch recht lustig- natürlich nur im Rahmen...:)
    Das Ende vom Lied war ein wunderschön angezogenes Mädchen, das heulend in `ner Ecke saß und weder weiter feiern wollte noch sonst sich irgendwie motivieren lies. Müde. Fertig. Einfach am Ende. Das war wohl doch zu viel. Die letzten Wochen mit all den Vorbereitungen…welches Kleid, welche Frisur, welche Schuhe, wie wird gefeiert, wen lade ich ein…und und und…
    ALSO ENDE.
    Doch was wäre ein Ende ohne Happy End?
    Nacht. 01:30 Uhr.
    Unsere Tochter sitzt überglücklich im Wohnzimmer und zählt ihre Geldscheine und fragt:
    “ Mama gehst du am Montag mit mir ein neues Handy kaufen. Ich möchte das nicht allein machen.“
    Vergessen ist die Strumpfhosenfarbe. Vergessen sind die zu hohen Schuhe. Vergessen sind die Tränen.

    Muttertag. Den habe ich mir heute verdient. Prost!:) :) :)

  • Geschafft! Endlich!

    Geschafft!
    Endlich habe ich es geschafft!
    Sechseinhalb Wochen Strahlentherapie sind nun heute zu Ende gegangen. Ich fühle mich wieder frei. Für Menschen, die so etwas noch nicht erlebt haben, mag das eigenartig klingen.
    Was denn, ein Termin für acht Minuten pro Tag? Was soll da denn die Freiheit einschränken?
    Hin- auf die Strahlenbank- runter- heim. Was soll da so schlimm sein?

    Ich persönlich habe mich wie angebunden gefühlt. Es ist nicht nur der Termin pro Wochentag; es sind die vielen Einschränkungen, die darum sich ranken:
    Duschen? Ja doch- aber bitte ohne Duschgel am Oberkörper.
    Haare waschen? Unbedingt- möglichst ohne den Oberkörper nass zu machen.
    Parfüm, Körperspray? Möglichst meiden- wenn, dann nur in die Haare.
    Eincremen? Ja sehr gern- jedoch nicht dort, wo bestrahlt wird.
    Auto fahren? Lieber nicht.
    Alkohol trinken? Nö.
    Sport? Ja, aber gemäßigt- möglichst nur walken.
    Sonnenbad? Um Gotteswillen- NEIN!
    Sauna? Nein.
    Schwimmbad? Nein.
    Physiotherapie gegen Verspannungen der Rückenmuskulatur? Nein.
    Sex? Immer schön vorsichtig.
    Hochzeitstag feiern? Aber ja doch. Traditionellen Wellness- oder Romantik- Urlaub? Nein.
    Kind und Enkel kuscheln? Ja- nur vorsichtig mit dem empfindlichen Oberkörper. „ Ein Kind an die Brust drücken zum Trösten“ Nein.

    Also alles in allem- eine sehr einschränkende Angelegenheit so ein Strahlentherapie.
    Endlich wieder frei! Geschafft!
    ...über Anderes mag ich nicht nachdenken. Nicht heute!:)

  • Angst

    Angst.
    Angst kann beflügeln. Angst kann lähmen. Angst kann einem die Luft zum Atmen nehmen. Angst kann zum tiefen Einatmen führen.
    Doch meistens macht die Angst angst.
    Dabei ist es völlig egal, wovor ihr Angst habt. Vor fremden Menschen, denen ihr begegnet, vor bekannten Menschen, mit denen ihr Kontakt habt. Vor bestimmten Situationen oder einer Krankheit. Angst bringt euch aus dem Gleichgewicht . Es gibt Menschen, die weniger von „der Angst“ betroffen sind. Sie können sich „frei“ bewegen und fragen sich nicht, ob und wie sie bei wem ankommen; ob und wie sie eine Aufgabe gut oder sehr gut lösen. Sie tun es einfach.
    Was haben diese Menschen, werdet ihr euch eventuell fragen, was ihr nicht habt? In der Psychologie würde man sagen, diese Menschen haben „Urvertrauen“. Sie haben eine in sich ruhende Stimme, die ihnen zuruft:“ Alles ist gut. Egal, was du erlebst, wem du begegnest, du kannst ganz ruhig bleiben. Denn es ist alles gut.“
    Die meisten Menschen bekommen dieses „Urvertrauen“ schon während der Schwangerschaft und in den Kindertagen vermittelt. Doch bei denen, deren Ausgangssituation nicht so gut ist, mangelt es später nicht nur an Selbstvertrauen, sondern auch am sogenannten „Urvertrauen“. Das spiegelt sich unter anderem darin wieder, dass Menschen aus lauter Angst, sich in ihrem gesamten Verhalten verändern. So werden ihre Körpersprache, ihre Mimik und ihre verbalen Äußerungen von der Angst gezeichnet. Sie schreien förmlich: “Ich habe Angst! Ich bin ein Opfer! Schlag zu!“ Und das sehen potentielle Täter. Sie riechen es förmlich, wenn sie auf jemanden treffen, der Angst hat. Irgendwie hat sich auf diesem Gebiet von der Urgesellschaft bis heute wohl nicht viel verändert: Der Schwache verliert- der Starke gewinnt… Doch muss das sein? Nein! Es gibt verschiedene Verhaltensmuster, wie Menschen mit ihre Angst umgehen. Ich nenne sie mal wie folgt:
    1. Die Verdränger
    2. Die Annehmenden
    3. Die Leidenden
    4. Die Veränderer
    Die „Verdränger“ sehen zu, dass sie möglichst ihre Angst weder zulassen, noch wissen damit umzugehen. Sie verdrängen sie einfach. Klingt doch gut, oder? Klingt nicht nur gut, sondern kann am besten der Welt vorgaukeln, dass sie es voll „drauf“ haben, selbstbewusst sind und niemand ihnen etwas anhaben kann. Das Dumme ist nur- ganz in ihrem Inneren haben die Verdränger Angst. Ihre Angst sitzt nur zusammengerollt in einem Käfig und versteckt sich, wie ein verängstigtes Tier. Und was machen verängstigte Tiere, wenn sie sich zum Beispiel bedroht fühlen? Sie greifen an: Besser fressen, als gefressen werden! Sie fühlen sich schnell angegriffen. Ein „falscher“ Blick, eine falsche Geste- alles kann Auslöser sein- um das verängstigte Tier zu einem Raubtier zu verwandeln. Die Verdränger sind prädestiniert, andere Menschen zum Opfer zu machen. Das ist das Schlimme daran.

    Nun zu der zweiten Gruppe der „Annehmenden“. Diese Menschen wissen um ihre Angst. Sie kennen die Quellen ihrer Angst und stehen dazu. Aber nur in ihrem stillen Kämmerlein. Sie suchen, um mit ihrer Angst nicht aufzufallen, nach Alternativen oder Möglichkeiten, mit ihrer Angst fertig zu werden. Sie meiden möglichst angstbesetzte Situationen oder Menschen. Oder fangen an, ihre Angst mit Alkohol oder Drogen zu kompensieren. Sie trinken sich Mut an. Oder kiffen. Dann fühlen sie sich leicht und wohl in ihrer Haut und in ihrem Leben relativ angstfrei. Klingt doch gut, oder? Klingt gut. Ist es aber nicht. Das Meiden von Situationen die angstbesetzt sind, ist genau so schwierig, wie Gefühle der Angst mit „Enthemmern“ zu begegnen.

    Die dritte Gruppe sind die „Leidenden“.
    Diese Menschen fühlen ihre Angst und leiden darunter. Auch sie meiden angstbesetzte Situationen, gehen bestimmten Menschen aus dem weg und fühlen sich ständig verfolgt, ausgegrenzt und als Opfer. Sie leiden. Sie leiden, suchen nach Erklärungen und finden sie. Sie erkennen, dass ihre Entwicklungsbedingungen, wie Elternhaus, Schule und andere soziale Netzwerke ungünstig und negativ auf ihre Person gewirkt haben. Endlich eine Erklärung. Klingt doch gut, oder? Klingt gut, ist es auch. Allerdings bleibt der „Leidende“ dort stehen. Mit der Ursachenforschung schließt er mit seiner Entwicklung bezüglich Angst ab. Er leidet weiter; verändert aber nichts.

    Nun die vierte Gruppe, die „Veränderer“.
    Diese Menschen haben meist die vorangegangen Stadien der Angst auch durchlebt. Sie haben die Angst verdrängt. Sie haben die Angst angenommen. Sie haben durch die Angst gelitten. Doch die „Veränderer“ gehen weiter. Sie wollen ihren Zustand nicht in den voran gegangenen Stadien belassen- sie wollen ihr eigenes Verhalten verändern, um nicht mehr abhängig von anderen und wie sie sich verhalten, zu sein. Das heißt, sich angstbesetzten Situationen stellen. Das heißt, im eigenen Verhalten bewusst Veränderungen herbei zu führen. Das heißt, andere/ neue verbale und nonverbale (Körpersprache)Signale auszusenden, die rufen: „Ich bin ich! Ich bin selbstbewusst! Ich bin stark!“ Aber auch: „ Ich habe keine Angst. Ich lebe, wie ich es will- du kannst leben, wie du es willst.“

    Jeder ängstliche Mensch da draußen kann zum „Veränderer“ werden. Dies erfordert „nur“ eine Portion Mut und Zeit: Denn Veränderung geht nicht von jetzt auf gleich! Manchmal braucht es Jahre!

    Im Übrigen haben auch vermeintlich starke Menschen Angst. Ich zum Beispiel, habe zurzeit Angst, wieder an Krebs zu erkranken. Ich höre so oft von Menschen, denen es so erging... Was mache ich nun mit dieser Angst? Verdrängen? Wäre schön, wenn ich das könnte- hilft mir aber nur zeitweise weiter. Annehmen? Mache ich. Doch das, macht mich ganz kirre. Denn das bedeutet für mich, es ist so und wird so. Leiden? Ja. Auch das kommt in meinem "Verhaltens- Katalog" vor. Mich piept es an, so einen Scheiß- Krebs gehabt zu haben und nun mein restliches Leben mit dieser Angst leben zu müssen, dass er wieder kommt. Doch ich will mich nur manchmal selbst bemitleiden. In Situationen, wo ich einfach mal schwach sein möchte…aber nicht für lange! Leiden raubt mir die Kraft, den Mut und mein Lachen! Also weg damit! Ich werde den Weg der Veränderung gehen: Ja. Es kann sein, dass der Krebs wieder kommt. Ja. Ich werde ihn auch dann besiegen. Ja. Ich lebe. Heute. Morgen. Übermorgen. Und die nächsten Jahre. Wie viele? Wer weiß das schon?:))

  • Buchempfehlung für Leser, die den "Schwarzen Humor" mögen

    Heute möchte ich in meinem Blog mal was ganz anderes probieren: eine Buchempfehlung.

    Kennt ihr das auch, dass ihr an bestimmten Zeiten bestimmte Literatur mehr oder weniger mögt? Ich finde, dass ist wie mit Musik. Es gibt die Zeit der Klassik, die Zeit des Rocks, die Zeit des Pops und und... Deshalb heute für die Tage, wo der Lesestoff etwas "derber" sein darf...euch zum Lachen und zum Nachdenken bringen darf aber ihr euch einfach auch nur über Stumpfsinn freuen könnt, eine Buchempfehlung: " Der Tag der geschlossenen Tür" von Rocko Schamoni. Das Buch handelt von einem vermeintlichen Schriftsteller, der mit seinen Kolumnen oder Romanversuchen nicht wirklich den Nerv der Massen und des Gewollten trifft und deshalb immer wieder abgelehnt wird. Trotzdem macht er keinen unglücklichen Eindruck. Immerhin heißt er Michael Sonntag- da steht der Name fürs Programm:) Auf immer neue Projekte lässt er sich ein- wenn auch ohne sichtbaren Erfolg- Eins hat er auf alle Fälle: Spaß am Leben...wenn auch außerhalb der Norm! Mir war es eine Freude, auch Gesellschaftskritisches auf so amüsante Weise verkauft zu bekommen. Vielleicht ist das auch etwas für euch.

  • Stalking- kein Kavaliersdelikt!

    Stalking- kein Kavaliersdelikt!
    Stalking: unberechenbar- diffus- unerklärlich und schlecht hervor sehbar!

    Heute möchte ich mich mit dem Thema Stalking beschäftigen.
    Wie kommt es zu so einer Situation und was kann man dagegen tun?

    Stalking ist eines der unvorhersehbaren Ereignisse, die jeden treffen können.
    Es fängt ganz harmlos an.
    Zuerst bekommt ihr Zuspruch, Aufmerksamkeit, Lob und es wird euch das Gefühl vermittelt, dass euer Gegenüber euch versteht, mit euch fühlt und ehrliches Interesse an dem, was euch ausmacht, was ihr sagt, tut oder schreibt, hat.

    Danach merkt ihr, dass sich oben Genanntes von dem abhebt, was ihr bis dahin als Normal befunden habt. Die verbalen Zuwendungen und die Aufmerksamkeiten werden mehr und mehr und vor allem persönlicher. Das schmeichelt euch vielleicht und ihr freut euch darüber.

    In der nächsten Phase beginnt der Stalker euch näher zu sein als Andere. Er fängt an, sich vor euch, bildhaft gesagt, "in die Pfütze zu werfen". Er "beschützt" euch ungebeten vor Kritik Außenstehender, er will ungefragt helfen und ihr merkt: dabei schießt er eindeutig über`s Ziel hinaus. Aber das hat evtl. noch seinen Reiz- auch wenn sich das erste mulmige Gefühl bei euch einstellt.

    Als Nächstes bekommt ihr Geschenke. Für euch oder eure Kinder. Jetzt merkt ihr, eine Grenze wird deutlich überschritten. Ich sagt oder schreibt das dem Stalker. Doch dann kommen ganz liebevoll wirkende Erklärungen: "Lass mich doch bitte, weil....- Es ist doch nur eine kleine Aufmerksamkeit.- Ich will dir/ deinem Kind einfach nur eine Freude bereiten."
    Damit lasst ihr euch einlullen, denn ihr glaubt das.

    Im Anschluss werdet ihr um mehr Aufmerksamkeit gebeten. "Melde dich doch.- Ich mach mir Sorgen.- Warum schreibst du mir nicht.- Was ist los?? ..."
    Ihr fühlt euch bedrängt, denn es handelt sich bei dem Stalker weder um euren besten Freund/Bekannten oder Verwandten- sondern evtl. um einen Menschen, den ihr noch nie gesehen und mit dem ihr noch nie in intensiven persönlichen Kontakt getreten seid.
    Ihr versucht das dem Gegenüber zu erklären. Ihr versucht Worte zu finden, die deutlich aber auch nicht verletzend sind... denn ER hat doch nichts getan- im Gegenteil! Er hat euch mit positiven Feedback und Aufmerksamkeit überschüttet! So einen Menschen darf man nicht verletzen.

    Ihr denkt, es handelt sich bestimmt nur um einen sehr emotionalen und überschäumenden Menschen...der einfach zu oft übers Ziel hinaus schießt. Ihr hofft, wenn ihr ein wenig mehr Distanz zeigt, wird alles wieder gut.

    Doch weit gefehlt. Der Stalker will Aufmerksamkeit! Was will er mit Distanz?
    Wenn er positive Feedbacks nicht mehr oder nur wenig bekommt, dann fängt er an zu nörgeln. Er fängt an, zu kritisieren oder euch klein zu machen. Er will Aufmerksamkeit-und sei es Negative. Egal. Und ihr ahnt, was noch kommen kann. Ein ganz fader Beigeschmack hält Einzug...

    Wenn ihr schon mal mit Stalking zu tun hattet, werdet ihr die Reisleine ziehen und hoffentlich zügig den Kontakt abbrechen. Denn was ihr bis dahin auf alle Fälle gemerkt haben werdet: Ihr und der Stalker sprecht nicht die gleiche Sprache.

    Zum Beispiel kann es zu "Übertragungen"kommen. Eigenes Erleben des Stalkers wird von ihm auf euch oder umgekehrt euer Erleben von ihm auf sich projiziert.
    Wenn das nicht mehr klappt, dann wird alles was ihr sagt oder tut, herum gedreht oder negativ ausgelegt. Besonders wütende Stalker fangen an, euch schlecht zu machen. Sie setzen Gerüchte in die Welt und versuchen so ihre Aggressionen und Wut los zu werden.

    An dieser Stelle müsst ihr souverän bleiben.
    Keine Antworten. Keine Kontakte. Keine Briefe. Keine Geschenke annehmen.
    Ende der Konversation.
    Auch wenn ihr Angst habt, dass der Stalker euch schaden kann, die meisten Menschen mit gesundem Menschenverstand und Bauchgefühl spüren, dass mit dem Stalker etwas nicht stimmt.
    Nachtrag:
    ...ach so und für die Stalker, die es nicht begreifen, die euch verleumden und beleidigen- gibt es noch Polizei und Justiz!
    Stalking ist kein Kavaliersdelikt mehr!

  • Schock! Bloß gut, dass es Schönheitschirurgen gibt!

    Schock. Erst habe ich überlegt, ob ich so was Intimes preisgebe... ...dann habe ich mir überlegt, dass ich ja anderen Brustkrebspatientinnen damit helfen möchte... ...und da finde ich, es nicht zu schreiben, feige. Deshalb schreibe ich es. Gestern bin ich wieder zum Arztgespräch eingeladen. Da kann ich alle Fragen rund um die Strahlenbehandlung stellen. Der Arzt, wie immer kompetent, optimistisch, freundlich, charmant. Ich frage, was mit meinen Fotos, die immer mal in Abständen von meiner Brust gemacht werden, passiert. Er fängt an, mir das zu erklären und zeigt mir dabei 2 Fotos von meinem Oberkörper. Danach muss er für kurze Zeit das Behandlungszimmer verlassen... ich sitze da und starre auf die Fotos. DAS ist MEIN Oberkörper? DAS ist MEINE Brust? NÖ! Das kann nicht sein! ...oder doch...? Mein Doc würde jetzt sagen <Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dann hätte ich dichtes Haupthaar !>. Doch DAS kann der liebe Gott auch nicht gewollt haben, denn dann hätte er nicht zugelassen, dass es Schönheitschirurgen gibt!!!

  • An alle Vierzehnjährige da draußen! AM ENDE WIRD ABGERECHNET!

    Also so früh habe ich noch nie im Blog geschrieben. Ich weiß auch nicht, weshalb ich vorhin wahllos auf einen User geklickt habe...der Schornsteinfeger hat über mir die Esse gekehrt, als wenn er den Teufel vertreiben wolle...also habe ich im Blog gestöbert...und da die Texte einer Vierzehnjährigen gefunden. Der Inhalt hat mich traurig gemacht. Und ich habe mich erinnert, wie mir es so mit 14 ging...

    Damals gab es noch keine Worte wie Cool, Mobbing oder Loser und trotzdem gab es das alles schon.
    Ich kam vom Dorf und ging deshalb nicht gerade "cool" angezogen. Meine Mitschüler erinnerten sich noch zwanzig Jahre danach, an meinen ersten Schultag in der neuen Schule. Wie ich so da stehe, in meinem kurzen Polyesterröckchen und die Lehrerin mit stolzer Brust verkündet > Das ist Kerstin. Sie kommt aus Arnsdorf und wird jetzt Mitglied unserer Klasse sein.>
    Geschämt habe ich mich vorallem über den Ort. Arnsdof beherbergt die größte Psychiatrie Sachsens. Und das wusste auch der dümmste Schüler in der Klasse. Dementsprechend groß waren die Jubelrufe und das Gelächter;... dass auch meine KLamotten nicht dem städtischen Standart einer Jugendlichen entspechen, musste ich noch lernen...

    Hiermit noch einmal ein "großes Dankeschön" an Frau G. die mit ihrer "empathischen" Art, mir den Start noch schwerer gemacht hat.
    So wie der Start, verliefen dann auch die sozialen Kontakte in der Klasse. Ich wurde schief angesehen und gehörte einfach nicht dazu.
    Heute muss ich sagen, dass ich damals Glück hatte, dass wir so etwas wie Drogen noch nicht kannten. Denn in so einer unglücklichen Situation, ist in der heutigen Zeit die Gefahr "abzurutschen" sehr groß. Es gab, wie es "Ichweißnichtwiesieheißt" zur Verfügung steht, auch keinen Blog, wo ich mir anonym hätte alles von der Seele schreiben können. Ich hatte nur mein Tagebuch. Da standen so viele hässliche Dinge drin, dass ich es vor vielen Jahren verbrannt habe.

    Meine Eltern waren da. Sie erlebten das mit und versuchten mir Mut und mich stark zu machen. Das war und ist das Beste, was Eltern tun können. Auch wenn es in der augenblicklichen Situation erst einmal nicht weiterhilft. Ich habe dann verschiedene Taktiken ausprobiert, um positive Aufmerksamkeit und Reaktionen meiner Mitschüler zu erhalten. Ich habe mit ihnen gemeinsam die Schule geschwänzt, geraucht, getrunken...meine Noten rutschten in den Keller... Meine Eltern, vorallem meine Mutter waren verzweifelt. Es nützte alles nichts. Ich musste selbst durch.

    Nach zwei Jahren war es vorbei. Da habe ich gewusst, was ich will und was ich nicht will. Und ich wollte "STARKSEIN"!!!
    Ich wollte einfach nicht mehr zu den Supercoolen gehören. Ich wollte einen Studienplatz in meinem Traumberuf und das hieß "büffeln". Mit einem Durchschnitt von 3,0 war das kaum möglich- das begriff ich plötzlich. Also habe ich meine Freundeskreis gewechselt und konzentrierte mich aufs Lernen. Ich bekam MEINEN Studienplatz. Ich liebe meinen Beruf, mein Leben und meine Familie und vor allem MICH.

    ...Ehrlich gesagt, beim letzten Klassentreffen- was ausgerechnet ich organisiert habe, fühlte ich mich wieder einmal in meinem Motto bestätigt: "AM ENDE WIRD ABGERECHNET":)))

    Also, ihr lieben Vierzehnjährigen!
    Geht euren Weg!
    Lasst euch nicht abhalten!
    Habt Mut und verbiegt euch nicht.
    Überhört die Lästereien.
    Überseht die schiefen Blicke.
    Sucht euch EINE Freundin oder EINEN Freund in der Klasse, der euch zur Seite steht und euch hilft.
    Dann schafft ihr alles, was ihr wollt!
    Viel Erfolg!

  • Wir hatten bestellt; einen Tisch für zwei Personen

    Ich lache gern. Ich lache oft. Heute habe ich jedoch so gelacht, dass mir die Tränen kommen und ich mich einfach nicht beruhigen kann. Ich erinnere mich: damals - ich bin 19 und sitze in einem stink langweiligen Seminar. Ich quatsche und mache mit meiner Nachbarin Witze. Natürlich auf Kosten der Seminarleiterin. Ich fange an zu lachen und kann mich einfach nicht beruhigen. Egal was ich versuche, es gelingt mir einfach nicht. Es wird zum Running Gag. Die Dozentin macht das einzig Schlaue: sie bittet mich hinaus zu gehen, um mich zu beruhigen. Kichernd verlasse ich den Raum. Draußen sitzt eine Kommilitonin und nascht Backwerk. DIE Gelegenheit mich zu beruhigen. Kennt ihr "Sandtaler"? Staubig. Bröselig. Trocken. Süß. Da kann ich nicht widerstehen! Ich beruhige mich und beiße herzhaft ab. In diesem Moment geht die Tür auf > wollen sie wieder rein kommen?> fragt mich die nette Dozentin. Ich nicke und trete ein. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Ich pruste los und der Sandtaler verlässt beim Lachen meinen Mund. Bröselig. Staubig. Trocken. Ich lache und lache und lache. Heute geht es mir ähnlich. Nur ohne Sandtaler. Warum? Weil mein Mann heute auf die geniale Idee kommt, beim Befahren des Klinikgeländes an der Schranke der Pförtnerin über den orangen Kasten zuzurufen > Wir hatten bestellt. Einen Tisch für 2 Personen! <Das Gesicht der Schrankenwärterin ist unvergesslich! Als er zufügt > in der Strahlenklinik...< fängt auch sie an zu lachen und lässt uns passieren. Und ich lache und lache:) Eine bessere Medizin gibt es nicht, denke ich.

  • KZ Buchenwald

    Heute nach 37 Jahren bin ich wieder einmal im KZ Buchenwald. Diesmal mit meinem Mann und unserer Tochter. Heute am 11. April 1945 um 15:15 wurde das Lager befreit. Viel weiß ich schon. Allerdings muss ich sagen, dass ich trotz 37 Jahre der "Nachreifung" immer noch bewegt bin, bei diesem Ausmaß des Grauens, was sich dort abgespielt hat. Unfassbar! Heute nach 68 Jahren gibt es zum Jahrestag immer noch überlebende Gefangene, die zum Gedenken eine Reise nach Buchenwald gewagt haben. Was sind das für Menschen, die das Grauen überlebt haben und wieder kommen an den Ort des Grauens. Sie waren doch zum Teil noch Kinder, als sie dort gelebt- oder dahin vegetiert haben... Wir treffen einen politischen Gefangenen mit ca. 80 Jahren, der mit seiner KZ Kleidung durch das Gelände geht. Er läuft wie ein lebendiges Mahnmal. Die Kinder, sind irritiert. Der Leiter unserer Gruppe nimmt uns durch seine Worte die Berührungsängste. Dann geht sie los, die Führung durch die verschiedenen Gebäude, die noch erhalten sind. Das Wetter passt dazu. Eiskalter Wind weht. Regen. Uns friert. Nach 100 Minuten haben wir es geschafft. Es ist bestimmt der unangenehmste Ausflug, den wir mit unserer 14 jährigen Tochter je gemacht haben und je machen werden. Wenn sich die Geschichte diesbezüglich nicht mehr wiederholt, war es das wert.

  • "Glaube versetzt Berge" oder Tag 11 der Strahlentherapie

    Nun habe ich schon 11 Tage geschafft.
    Meine Brust sieht immer noch gut aus. Noch sind keine Strahlenschäden sichtbar.
    Nach der Bestrahlung wieder allein in der Kabine, rede ich beim Ankleiden meiner linken Brust gut zu und beruhige sie mit Worten wie: "Alles wird gut." oder "Du musst nur noch 23 Tage durchhalten." ...Ehrlich, wenn ICH jemanden so reden hören würde, hätte ich in "Null Komma Nichts" den Hörer in der Hand und würde die Männer mit den weißen Westen rufen:)
    Doch Glaube versetzt bekanntlich Berge- und ich glaube daran, dass jedes Körperteil von mir auch mit meiner Seele verbunden ist und Zuspruch braucht, besonders wenn es krank ist. Da will ich mal hoffen, dass ich nicht in fünf Jahren so viele Schäden habe, dass ich aus den Dialogen mit meinen Körperteilen gar nicht wieder heraus komme. Denn wenn meine Annahme stimmt, müsste sich jedes Körperteil, was sich benachteiligt fühlt, krank werden, um in den Genuss meiner Aufmerksamkeit zu kommen:) Na ja, dafür gibt`s ja dann Psychologen und Psychiatrien.

    Heute ist das MEIN Weg mit Hilfe von Selbstsuggestion, irgendetwas zu tun, um aus dem Stadium des "Ausgeliefertsein" auszubrechen. Auch wenn die Chance gering ist, ohne Schäden davon zu kommen, will ich Rationales und Irrationales tun, um nicht tatenlos alles über mich ergehen zu lassen.
    Glaube versetzt Berge!:)

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